Vegan passt gut zu Schnitzel!

Kein weiterer Beitrag warum Veganer nerven und überzeugte Omnivoren schlechte Witze machen. Es geht nicht darum das angeblich ultimativ ‘Gesunde’ zu propagieren. Es geht darum Geschmackswelten zu erleben. Vielleicht schmeckt es aber auch nicht jeden…

Über 20 Jahre vegane Ernährung

Ich habe mich letztens mit einer Arbeitskollegin über Essen unterhalten. Was mir in den ganzen Jahren entgangen war, ist die Tatsache, dass sie vegan lebt. Seit über 20 Jahren. Wir hatten uns noch nie über Essen unterhalten. Sie hat noch nie Probleme damit gehabt, wenn man neben ihr sitzt und ein halbes Schwein auf Toast verdrückt. “Warum auch?” fragt sie mich. “So lange ich das nicht essen muss, stört es mich nicht.” Obwohl sie aus politischen Gründen und der Liebe zu Tieren zur Veganerin geworden ist. Bedingungslos seit über 20 Jahren vegan. Nicht weil es Trend ist oder war. Sondern weil ihr die Vorstellung schwer fällt, dass Tiere leiden müssen um sie zu ernähren, obwohl es auch anders möglich ist. Leicht gefallen sei es ihr damals nicht. Der Markt war nicht vorhanden und die Produktauswahl nur sehr überschaubar. Das hat sich nun geändert und erleichtert das vegane Dasein erheblich. Das sei auch einer der Gründe, warum sie den ‘Vegan-Trend’ begrüßt. Dennoch erwartet sie nicht von anderen Menschen so zu leben. Nur wenige in ihrem beruflichen Umfeld wussten davon. “Du erzählst mir ja auch nicht was du den ganzen Tag lang ißt.”

Ernährung oder Selbstdarstellung

Meine Arbeitskollegin sieht nicht so aus, wie man sich eine typische Veganerin vorstellen würde. In den meisten Köpfen ist das Bild eines mit Haut behangenen Knochengerüsts. Das trifft hier nicht zu. “Grundsätzlich kann ich sagen, mit 20 Jahren veganer Ernährung, hat die Realität einzug gehalten. Das romantische Bild kann man ruhig auch mal etwas relativieren. Auch wenn ich vegan lebe, heißt das noch längst nicht, dass ich mich zwangsweise gesund ernähre.” Allerdings können das andere genau so wenig von sich behaupten. Dadurch, dass sie so reflektiert mit dem Thema umgeht ist sie vor allem glaubwürdig. “Natürlich fänd ich es super wenn alle Menschen vegan leben würden. Du fändest es auch gut wenn alle Menschen laufen würden oder? Aber wie realistisch ist das?”

Aufmerksamkeit und Schnitzel

Sie schafft es immer wieder auch andere Perspektiven zu betrachten und nimmt vieles mit Humor. “Wenn ich durch die Welt marschiere und jeden aufbinde, dass ich Veganerin bin, hat es den selben Effekt, als wenn ich beim veganischen Kongress ein Schnitzel in die Mitte werfe. Natürlich provoziert das. Öffentliche Statements schreien nach Reaktionen. Auch wenn man nicht explizit danach gefragt hat. Wenn es Meinungen und Reaktionen gibt, die man nicht haben möchte, lässt man sowas einfach.” Auf der anderen Seite versteht sie nicht, wovor die Omnivoren Angst haben. “Niemand will das Schnitzel vom Teller nehmen. Man darf aber als Veganer/in auch akzeptieren, dass es viele vegane Gerichte gibt, die auch zu einem Schnitzel passen würden...” Die vegane Ernährung gehört zumindest kommentarlos integriert. Damit hätte man dann doch auch schon viel erreicht.

Bitch (open minded) please

Ich bin letztens umgestiegen. Nein, ich bin nicht zum Veganer geworden. Aber ich habe einfach mal etwas Neues zugelassen. Zum Beispiel Joghurt, Quark und Milch aus Soja. Warum? Ich habe es einfach probiert und es hat mir geschmeckt. In letzter Zeit kam auch das eine oder andere vegane Gericht auf den Tisch. Weil ich es probieren wollte. Zum Beispiel ein leckerer Bulgur-Salat oder Quinoa. Der passt übrigens auch gut zum Schnitzel. Vielleicht lassen wir die Kirche mal im Dorf. Gute Idee oder? Das Dinge wie z.B. Massentierhaltung ein Problem sind, das müssen wir nicht diskutieren. Das ist aber ein Problem, welches wir sowieso nur gemeinsam lösen können.

Ich bleibe bei meinem Mittelweg

Der liegt zwar überhaupt nicht im Trend und schreit auch nicht nach Aufmerksamkeit, ist aber für mich genau das Richtige. Auch wenn es mir schwer fällt ein passendes T-Shirt zu finden um es kundzutun. 😉 Und letztendlich ist es doch so, dass kein Mensch dieser Welt so wichtig ist, dass alle anderen auf diesen Planeten wissen müssen was er ißt und später…nunja… ausscheidet. Es ist aber auch so, dass man sich als Billigheimer nicht über Qualität und CO2-Bilanzen aufregen darf.

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Kommentare

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2 Gedanken zu „Vegan passt gut zu Schnitzel!

  1. Sascha Antworten

    Hi Sascha,

    ich denke der Mittelweg ist der Weg der für die meisten funktionieren kann. Einfach mal weniger tierische Produkte kaufen und konsumieren. Einfach ein oder zwei Mal die Woche darauf verzichten und vielleicht feststellen dass es überhaupt nicht weh tut, das eigentlich überhaupt nichts fehlt.
    Das tolle am Geschmack ist ja, dass man ihn sowohl erlernen als auch verlernen kann wenn man will. Ich bin seit Anfang des Jahres Vegetarier, aus einer Laune heraus. Wollte das einfach mal ausprobieren und bin dabei geblieben. Früher, also bevor ich den Laufsport so intensiv betrieben habe wie aktuell, da habe ich beim Grillen regelmäßig die Beilagen weggelassen und einfach mal nur 3 oder 4 Stücke Fleisch gegessen. Ich war also in meinem Essverhalten nicht so arg anders wie der Durchschnittsmann würde ich sagen.
    Mit dem Sport kam dann so langsam der Umstieg auf gesündere und leichtere Ernährung, bis hin zum aktuellen Stand. Dem Vegetarier mit veganen Tendenzen.

    Sowohl fürs Gewissen als auch für den Tierschutz hilft jedes Stück Fleisch dass man weniger isst. Der Gesundheit dürfte es egal sein ob ich mich ausgewogen omnivor oder vegetarisch / vegan ernähre, es gibt auf beiden “Seiten” gesunde wie auch kranke Menschen.

    Gruß
    Sascha

    • Sascha Möller Autor des BeitragesAntworten

      Absolut. Mein Fleischkonsum hat sich in den letzten 24 Monaten enorm reduziert und ist mitlerweile nur noch eine Ausnahme. Ich finde die vegane Küche darüber hinaus eine Bereicherung und hält immer mehr Einzug in meine Ernährung. Und wenn es mal auf Verlangen meiner Tochter Fleisch gibt, hatte es in der Regel zuvor einen richtigen Namen. 😉

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