Marathon Trainingsplan Woche 09

Diese Woche sind mir auch beim Laufen ziemlich viele Themen durch den Kopf gegangen. Begleitet von Ärger, Zweifel, Wut und Trauer. An negativen Emotionen habe ich wohl nichts ausgelassen. Positives gab es zwar nicht so oft aber dafür intensiv genug, um alles andere locker aufzuwiegen.

Ich war verzweifelt und fragte meinen Coach wann ich wohl die „Notbremse“ ziehen müsste und evtl. Münster sausen lassen sollte. Mit wenigen Worten brachte er Licht ins Dunkle. Danke!

Ich war im beruflichen Kontext äußerst ärgerlich, weil es nicht so lief wie ich wollte. Und vor allem weil die Wenigsten Vertrauen und Eier haben Verantwortung zu übernehmen. Damit wird mir eine verantwortungsvolle Aufgabe nicht einfacher gemacht. Ständige Meinungswechsel und das Kippen von Absprachen sowie kaum Rücksicht belasten mich. Meinen Urlaub muss ich ständig unterbrechen und ständig kotze ich mich bei Sandra aus. Sie hat es einfach ertragen und mit mir geflucht. Danke Sandra. Was habe ich eigentlich vorher getan als wir uns nicht kannten?

Wenn ich zuhause bin muss ich den Anblick einer halb fertigen und völlig verpfuschten Baustelle erstragen. Seit Wochen. Verzweifelt und wütend kotze ich mich bei einem guten Freund aus. Auch er flucht mit mir mit, guckt sich den Haufen Schrott an und hilft mir. Er erzählt einen Bekannten davon, der mich darauf hin anruft. Auch er möchte helfen.

Anfang der Woche ist mein Vater verstorben. Es ist jetzt nicht so, dass es aus heiterem Himmel gekommen wäre. Aber am Ende war es dennoch so schnell eingetroffen, dass wir damit unvorbereitet konfrontiert wurden. Es gibt Phasen im Leben, da frage ich mich wie ein normaler Mensch das alles aushalten soll. Neben dem Tod meines Vaters schrumpfen alle anderen Probleme. Aber deswegen sind sie nicht weg. Sie bleiben bestehen.

Ich merke wie mein emotionaler Widerstand schwindet. Mein Akku ist sozusagen leer. Gleichzeitig bin ich ein bisschen stolz auf meine gewonnene Resilienz. Noch vor 3 Jahren wäre ich an weniger gebrochen und hätte wahrscheinlich wieder Medikamente nehmen müssen. Jetzt nicht mehr. Und ich bin fest davon überzeugt, dass fast alles mit dem Laufen und dem Selbstvertrauen zu tun hat, welches ich dadurch gewonnen habe. Und mit den vielen Menschen die mich immer wieder auf die Beine stellen.

Das Training lief diese Woche allenfalls einigermaßen. Bis auf heute. Heute war es sensationell! Das meine ich ernst. Ich war das erste Mal seit langem mit mir zufrieden. Die Pace passte zum Puls. Obwohl ich ständig am Meckern und am Fluchen war. Über alles. Gemeinsam mit meinem Vater.

In diesem Sinne. Münster bleibt!

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