Worüber Laufanfänger nicht gerne sprechen: Tempo

Laufanfänger reden gern über ihr neues Hobby. Naja, vielleicht nicht immer. Es gibt Themen die vermeiden wir schon ganz gerne. Zum Beispiel die Themen Tempo, Zielzeit und Pace. Häufig kommen solche Dialoge zustande:

„Weißt Du ich konnte heute einfach nicht so schnell. Ich war totaaaal fertig mit der Welt und bin sehr langsam gelaufen. Im Schnitt waren es höchstens 05:30/km.“

Mein Lauftempo (Wettkampf 10 KM) liegt bei ungefähr 06:00/km…

„Hey. Du bist doch auch den 10 KM-Lauf mitgelaufen. War super oder? Ich habe langsam gehen lassen. War ja mehr ein Fun-Lauf und kam nach knapp unter 50 Minuten ins Ziel.“

Meine Persönliche Bestzeit auf 10 KM 59:45

„Ach du auch hier? Regenerationslauf?“

Nein… Tempotraining…

Laufanfänger haben es manchmal auch nicht leicht.

Manchmal möchte man als Laufanfänger im Boden versinken und kommt sich lächerlich vor. Man fragt sich ernsthaft, ob dieser Sport überhaupt für einen geeignet ist. Zu Unrecht! Insbesondere dann, wenn man gerade am Anfang der ‚Laufkarriere‘ steht und keine sportliche Vorgeschichte hat. Trotzdem kommt man sich doof vor. Man kann damit auf verschiedene Arten umgehen. Man könnte sich ein T-Shirt bedrucken lassen. Zum Beispiel hinten eine Schnecke mit der Überschrift „Langsam aber glücklich“ oder „Slow but getting faster“. Ich nenne meine langen, langsamen Läufe auch gerne mal Snailrun. Aber ganz ehrlich. Wir Anfänger haben es nicht nötig sowas zu tun.
Ich laufe jetzt über ein Jahr. Man sollte meinen, dass ich auch leichtfüßig und locker meinen 5er Schnitt vor mich hin joggen kann. Pustekuchen! Dem ist nicht so obwohl ich über 10 KG leichter geworden bin.

Woher kommst du?

Letztens habe ich eine junge Frau getroffen. Sie erzählte mir, sie sei ihren ersten 10 KM Volkslauf mitgelaufen und habe knapp über 58 Minuten gebraucht. Das ist noch unter meiner PB und es war ihr erster Lauf. Ich erzählte ihr von meinen Frust. Es stellte sich anschließend heraus, dass sie schon immer sportlich aktiv war. Die meiste Zeit sogar im Verein. Anschließend haben wir uns nicht mehr darüber gewundert. So ist das. Das sog. ‘Trainingsalter‘ ist ein Faktor der beim Training ausschlaggebend ist. Da das Trainingsalter üblicherweise in Jahren angegeben wird, bin ich also erst 1 Jahr alt. Das erklärt auch, warum ich regelmäßig von AK 55+ überholt werde. Während ich (AK35) schnaufe wie eine alte Lokomotive, quatschen die noch fröhlich über die letzten Fußballergebnisse und ziehen davon. Kein Wunder bei einem Trainingsalter jenseits der 40 Jahre. Wie soll ich da mithalten?

Das Problem ist zwischen deinen Ohren.

Andere, wie z.B. die Zuschauer oder Gesprächspartner, kennen diesen Zusammenhang manchmal nicht. Wie muss das wohl aussehen wenn ich von jemanden abgeledert werde der doppelt so alt ist wie ich? Den Zusammenhang braucht man gar nicht erst versuchen zu erklären. Letztendlich klingt es dann auch nur nach einer billigen Ausrede. Das sind die wahren Schmerzen die man als Laufanfänger aushalten muss. Was ist schon ein Läuferknie, eine Zerrung oder ein Muskelkater im Gegensatz zu einem angekratzten Ego? PAH!

Sollt ich Mal wieder an mir selbst zweifeln, sag ich mir folgend Dinge:

Auch wenn ich jetzt langsam bin:

  • ich werde schneller werden
  • bin ich schon schneller als zuvor
  • werde ich schlanker
  • laufe ich mehr als die meisten Anderen
  • ich werde durchhalten

Natürlich wird man immer auf Leute treffen, die gerne und oft anmerken, dass man viel zu langsam sei. Man wird sogar belächelt und es wird darüber ‘gewitzelt’. Das sind allerdings auch die, die am wenigsten mit dem eigentlichen Thema zu tun haben und sich selber nur in ein besseres Licht rücken wollen.

Merke dir folgendes:

Kleingeister werden deine Leistungen herunterspielen. Die wahren Champions werden dafür sorgen, dass du dich selbst wie einer fühlst.

Dieser schöne Spruch deckt sich mit meinen Erfahrungen. Die wirklich wertvollen Tipps, Motivationen und Hilfen habe ich bisher immer von erfahrenen Läufern und Profis bekommen. Das sind im Zweifelsfall auch immer diejenigen, die wirklich interessiert sind und einfach mal nachfragen: „Wie läufts?“

Kommentare

comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.