9. Klingenthal Sport Marathon Salzkotten

Das Thermometer zeigte an diesem Tag eine Temperatur von 27°C an. Was für sich normal bewegende Menschen ein wirklich tolles Wetter ist, ist für uns Läufer eher die Marke ‘Backofen’. Wenn man nicht gerade Rafael Fuchsgruber oder Joey Kelly heißt, muss man sich bei solchen Temperaturen durchbeißen. Und, was für mich ein wenig schwer war, sich vom Gedanken verabschieden eine neue persönliche Bestzeit zu laufen. Zum Glück startet das Rennen um 09:00 Uhr bzw. für mich und viele andere um 09:10 Uhr. Da war es natürlich noch nicht ganz so heiß, aber die Temperaturen sollten auch da schon zeigen, in welche Richtung es gehen wird. Und sie sollten recht behalten. Ich starte zeitgleich mit den Marathonis und habe aber ‘nur’ die 10 KM Distanz vor mir.

Die Sache mit der Bestzeit

Dieser Lauf unterschied sich von meinen bisherigen Läufen. Sonst ging es mir darum einfach Spaß zu haben und nicht als Letzter ins Ziel zu kommen. Diesmal wollte ich jedoch meine PB knacken. Die liegt zwar mit 59:45 auf 10 KM verhältnismäßig hoch, aber bitte nicht vergessen: Ich bin noch Laufanfänger und laufe erst seit 18 Monaten regelmäßig. Allerdings war es icht nur wegen dem Wetter keine so gute Idee, ausgerechnet Salzkotten für eine Bestleistung auszuwählen. Dazu später mehr.
Diesmal habe ich einen eigenen, nur für mich persönlichen Hasen (oder heißt es dann eher Häsin?), der/die auf den Namen Monika hört. Monika ist mehrfache IronMan-Triathletin und hat allein deshalb jede Menge Erfahrung. Wahnsinn! IronMan, zur Erinnerung: 3.8 KM Schwimmen, 180 KM Radfahren und anschließend 42.195 KM Laufen.
Monika kündigte an, im Bereich von 05:40/min durchlaufen zu wollen. Das sei für mich realistisch machbar und ich müsste dann irgendwo bei 57 Minuten herauskommen. Über den gesamten Lauf hat Monika mich motiviert, eingebremst oder angetrieben. Meine Persönliche Bestzeit habe ich auf jeden Fall unterboten. Wie viel? Naja… so ganz sicher bin ich mir am Ende nicht denn…

10 KM sind nicht immer 10 KM

Beim Salzkotten Marathon werden verschiedene Distanzen angeboten. 5.5 KM, 10 KM, 21.1 KM und der Hauptlauf mit 42.195 KM. Um diese Distanzen einfach zu realisieren wurde ein Rundkurs geschaffen. Eine Runde hat nicht etwa genau 10 KM, sondern ca. 10.5 KM damit bei 4 Runden ein Marathon zusammen kommt. Was für die Halbmarathon- und Marathondistanz recht einfach ist, ist für den 10 KM-Lauf trotz Zwischenzeitnehmung an der 10 KM Marke eher umständlich. Genommen wird auch an der Zwischenmarke die Bruttozeit. In Kombination mit den Ergebnissen meiner Laufuhr (die ohnehin nicht das letzte Wort hat) war ich zunächst verunsichert. Auf meiner Urkunde stehen nun folgende Zeiten:

Zeit: 01:03:23
Nettozeit: 01:02:39
10 KM Zeit: 00:58:34 (Bruttozeit)

Nach der 10 KM Markierung habe ich meine Laufuhr gestoppt und bin selber auch in Trab übergegangen. Denn mich interessierte ausschließlich meine 10 KM Zeit und inzwischen war es nicht nur warm, sondern heiß. Ränge sind mir stets egal, denn ich werde sowieso nie vorne mitlaufen und das ist auch nicht mein Ziel. Meine Laufuhr bescheinigt mir eine Durchschnittspace von 5:43/min. Ich nehme selbstverständlich die offiziellen Zeiten und komme nach einer Mathematik-Denksport-Aufgabe auf folgendes Ergebnis: Die Differenz der Brutto- und Nettozeit ziehe ich von meiner 10 KM Bruttozeit ab und komme auf 00:57:50.

Ich habe es also geschafft dank Monika meine PB um 1 Minute und 55 Sekunden zu verbessern. Und das bei der Hitze. Großartig!

Salzkotten hat so viel richtig gemacht

Zum ersten mal habe ich am Salzkotten Marathon teilgenommen und bin spontan begeistert. Hier und da gibt es vielleicht noch Potenzial aber grundsätzlich ist den Veranstaltern ein schönes, kleines, gemütliches und sehr gut organisiertes Event gelungen. Die Strecke an sich finde ich nicht so spektakulär. Zu Beginn war sie in anbetracht der verhältnismäßig vielen Teilnehmer ziemlich beengt. Wie das bei steigenden Teilnehmerzahlen bleiben soll, bleibt mir ein kleines Rätsel. Ich bin mir sehr sicher, dass die Veranstalter das hinbekommen. Aber kommen wir mal zu den Stärken. Es ist eine Kunst dafür zu sorgen, dass ich Chaot mal nicht orientierungslos bin. In Salzkotten habe ich mich zu jeder Zeit zurecht gefunden. Das fing mit den Parkmöglichkeiten an. Überall, hätte ich zu jeder Zeit einen Parkplatz bekommen. Sicher muss man bis zum Veranstaltungsgelände ein paar Schritte gehen, dass sollte aber keinen Läufer etwas ausmachen. Die Messe war von den Ständen her sehr mager aber der Rest des Geländes war logisch und gemütlich aufgebaut. Überall traf man sich und plauderte familiär über dieses und jenes. Bei Problemen hatte man sofort Hilfe wenn man jemanden angesprochen hat und es wurde sich ausreichend Zeit genommen. Ich glaube man wird auch an die Hand genommen wenn es Schwierigkeiten gibt. So ist Salzkotten.
Als Zeitnehmer bin ich durch MikaTiming natürlich verwöhnt und finde das Webportal des aktuellen Dienst nicht besonders gelungen. Der Vorteil war, dass der Chip in (bzw. an) der Startnummer integriert war. Darum musste man sich also nicht kümmern.

Gute Versorgung der Läufer

Der Nachzielbereich war fantastisch organisiert! Das kann man anders nicht sagen. Wenn man ins Ziel kommt, bekommt man eine schicke Medaillie um den Hals gehangen und wird direkt zu einem langen Tisch geleitet der voll mit Cola und Wasser steht. Bis zum eigentlichen Nachzielbereich muss ein paar Meter zurück zur Sälzerhalle gehen. Großer Vorteil! Denn zum einen muss man ein paar Schritte gehen, was ziemlich gut ist nach der Anstrenung um runter zu kommen. Zum anderen staut es sich nicht so enorm. An einer großen Saline standen liegen bereit zum relaxen, es gab Früchte, salziges und jede Menge Getränke. Bei diesem Wetter ein bisschen wie Urlaub. Wie es mit der Aufbewahrung der Kleider war, kann ich garnicht sagen. Meine Familie hatte sich darum gekümmert. Ich habe nirgendwo Beschwerden vernommen.

Den Klingenthal Sport Salzkotten Marathon möchte ich unbedingt empfehlen, wenn man ein kleines aber feines Event sucht welches sehr gut organisiert ist. Persönliche Bestzeiten kann man bei geeigneten Wetter auf Halbmarathon- und Marathondistanz versuchen, wenn man sich beim Start entsprechend aufstellt. Zu Beginn wird es etwas eng. Bis zum nächsten Mal. 🙂

 

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