Intermittierendes Fasten könnte eine Möglichkeit sein.

Intermittierendes Fasten? Klingt nach einer neuen Herausforderung. Damit meine ich ausnahmsweise keine Herausforderung beim Laufen. Denn dort habe ich bereits eine am Laufen (haha Wortspiel). Ich beziehe mich auf das von mir konsequent ignorierte Thema ‘Ernährung’. Fürchterliches Thema. Ich mag weder darüber lesen noch diskutieren. Aus einem einfachen Grund. Niemand hat Ahnung aber jeder weiß es besser.

Plateau Hallo

Seit Monaten dümpel ich auf einem Plateu herum. Die Waage macht je nach Laufumfang +-2 KG aus und bewegt sich ansonsten nicht. Scheisse ich habe immernoch Übergewicht und fühle mich noch nicht so wohl wie ich es gerne hätte. Ich muss zugeben, dass ich allerdings auch nur halbherzige Versuche unternommen habe um es zu durchbrechen. Mit Sicherheit ist mir das eine oder andere Mal ein Stück Kuchen oder Schokolade über die Lippen gerutscht, welches ich mir hätte sparen müssen um Fortschritte zu machen. Allerdings weigere ich mich aus Überzeugung solche Dinge sein zu lassen. Das ist mir fast so wichtig wie das Laufen und es ist meine persönliche Lebensqualität. Es gibt für mich nichts schöneres als bei einem Milchkaffee auch ein ordentliches Stück Mohnkuchen zu essen. Ein Leben ohne Mohnkuchen… vielleicht möglich aber nicht wünschenswert. Na komm… also brauch ich mich über mein Plateau nicht wundern. Ich bin äußerst froh darüber, dass ich trotz meiner Ernährung nicht weiter zunehme, sondern zumindest mein Gewicht gut halten kann. Trotzdem… noch weitere sieben bis acht (besser 10) Kilogramm weniger sollen es noch werden. Da ich Zeit ohne Ende habe, kann ich verschiedene Dinge ausprobieren zu denen ich auch wirklich Lust habe.

16/8 ist ein Takt?

Auf ‘Intermittierendes Fasten’ kam ich durch Zufall beim sinnentleerten Internetsurfen. Ja, manchmal lasse ich mich gern von Google treiben. Zuvor hatte ich mich schon einmal mit Heilfasten oberflächlich beschäftig. Da wurde mir sehr schnell klar, dass ich das nicht möchte. Ich war und bin nicht offen dafür. Der Begriff ‘Intermittierendes Fasten’ kam mir bei einigen Podcasts und Hörbüchern häufiger mal unter ohne eine Erklärung dazu bekommen zu haben. Auffällig war, dass ich nur wenige kritische Stimmen zum Thema fand. Es gab einige Erfahrungsbericht die auch die Nachteile beleuchtet haben. Aber in der Gesamtsumme wurde stets positiv darüber berichtet. Intermittierendes Fasten ist keine Diät, “Hungerkur” oder gar ein neuer Ernährungstrend. Vielmehr geht es hier ausschließlich um das Timing, wann man Nahrung zu sich nimmt. In diesem Fall möchte ich einen 16/8 Takt einfach mal testen für zwei oder drei Tage. Das bedeutet ich nehme über einen Zeitraum von 16 Stunden keine Kalorien zu mir. In den 8 Stunden esse ich wie gewohnt weiter. Ich verändere meine Ernährung ansonsten nicht. Nur einmal ausprobieren ob ich es schaffen würde.

Intermittierendes Fasten – Einfache Regeln

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Die Regeln sind sehr einfach und flexibel. Dennoch gibt es einige wenige Regeln die man beachten muss. Während der 16 Stunden ist es nur erlaubt Wasser, Tee oder Kaffee zu trinken. Natürlich OHNE Milch und Zucker. Denn dadurch würde die Fettverbrennung wieder unterbrochen. Ich habe mich genau auf diese drei Getränke beschränkt und konnte schon am ersten Tag feststellen, dass ich endlich ausreichend Wasser zu mir nehme. Ich leide nämlich unter Trinkfaulheit. In welcher Tageszeit man die 8 Stunden Kalorienaufnahme setzt, bleibt einem selbst überlassen. Ich habe die 8 Stunden von 12 Uhr bis 20:00 Uhr gesetzt. Das bedeutet, dass ich nur in diesem Zeitfenster etwas esse. Ich nehme zwar keine Rücksicht auf Art und Menge aber ich habe unbedingt darauf zu achten, dass ich nicht maßlos werde. Ansonsten würde ich deutlich mehr Kalorien zu mir nehmen als vorher. Aber das ging bei mir jedenfalls ganz automatisch. So hatte ich am ersten Tag sogar ca. 300 Kalorien weniger als sonst zu mir genommen und hatte damit überhaupt keine Probleme. Allerdings darf das Kaloriendefizit auch nicht zu groß werden.

Der erste Tag

Dienstag:

Am Abend zuvor habe ich kurz vor 20:00 Uhr die letzte Mahlzeit zu mir genommen. Das bedeutet, nun heißt es bis 12:00 Uhr am nächsten Tag nichts zu essen. Eigentlich hatte ich mir mühselig das Frühstücken angewöhnt um es jetzt wieder mit Intermittierendes Fasten sein zu lassen? Egal. Versuch macht klug und ab ins Bett. Mein Wecker geht um 05:15 Uhr. Nach dem Aufstehen habe ich eigentlich keine Schwierigkeiten nichts zu essen. Viel schlimmer finde ich es Kaffee ohne Milch zu trinken. Also lasse ich es und steige auf ungesüßten Tee um. Auch irgendwie ekelig aber nicht ganz so schlimm.

Nach dem Tee und zwei Gläser Wasser verlasse ich das Haus und mache mich auf den Weg ins Büro. Am Bäcker vorbei… wo sich sonst immer kurz anhalte um mir schon einmal vorsorglich eine Zwischenmahlzeit zu kaufen. Diesmal fahre ich weiter. Umstände und Zeit gespart. Super. Im Büro trinke ich eine kleine Tasse schwarzen Kaffee. Und zum Glück habe ich mir irgendwann angewöhnt eine Kiste Wasser am Schreibtisch stehen zu haben.

Um 10:00 Uhr meldet sich mein Hunger ziemlich deutlich. Mein Kopf und ich wollen nun mal endlich was essen. Es sind aber noch zwei Stunden. Die ich mit einer ganzen Flasche Wasser auch relativ gut überbrücken kann. Um punkt 12:00 Uhr habe ich es jedoch ziemlich eilig mir etwas zu essen zu besorgen. Die Mahlzeit fällt auch ziemlich üppig aus und ich bin danach äußerst zufrieden.

Der Kopf isst mit

Fasten ist halt auch ein bisschen Kopfsache. Denn eigentlich benötigt der Körper über die 16 Stunden nichts außer vielleicht Flüssigkeit. Während der verhältnismäßig kurzen Zeit, wird man sicherlich nicht verhungern. Eigentlich wissen wir das auch, denn ein Mensch kann ohne Nahrungsaufnahme eine ziemlich lange Zeit überleben. Was machen da schon 16 Stunden? Übrigens: Das ‘Intermittierende Fasten’ soll auch dann funktionieren, wenn die Kalorienaufnahme in Summe unverändert bleibt.

Der zweite Tag

Mittwoch:

Der zweite Tag verläuft relativ unspektakulär. Wieder ist es ca. 11:30 Uhr und ich bekomme wieder Hunger. Ein Termin lenkt mich zum Glück davon ab und alles ist ok. Ich fühle mich wach und habe ausreichend Energie. Um 12:00 Uhr esse ich als wenn es keinen Morgen gibt. Ich schätze meine Mahlzeit locker auf ca. 800 Kalorien. Zwei Stunden später ist GA1-Training angesagt welches ich nach 40 Minuten abbrechen muss. Zu anstrengend bei über 30 Grad Hitze im Wald. Ich habe meinen Puls nicht unter Kontrolle. Gegen 18:00 Uhr gibt es ein schönes Stück Käsekuchen und um 19:30 Uhr noch einmal ein leckeres, vegetarisches Gericht. Meine Zeit ist um. Macht mir nichts, denn ich bin gesättigt. Einzig meinen Milchkaffee am Abend vermisse ich schmerzlich. Aber was solls… ich könnte ihn ja auch schwarz trinken. Oder es einfach lassen und stattdessen Tee (ungesüßt) trinken.

Das Eine ergibt das Andere

Bei mir ist es so, dass sich mit dem ‘Intermittierenden Fasten’ einige positive Nebenwirkungen bereits jetzt schon zeigen. Als erstes gelingt es mir jetzt ohne Weiteres bis zu 3 Liter Wasser am Tag zu trinken. Das war vorher bei meiner Trinkfaulheit ziemlich schwierig. Dann nehme ich, obwohl ich das Gefühl habe enorm viel zu essen, bisher im Schnitt bis zu 300 kcal weniger als sonst zu mir. Das Zeitfenster scheint dafür verantwortlich zu sein. Insbesondere im Büro entfällt der Griff zu Keksen und Co. Hier mal ein Stück, da mal ein Bisschen gibt es gerade nicht mehr.

Was es bei mir vorher auch nicht gab, war das regelmäßige Essen. Punkt 12:00 Uhr ist bei mir essen angesagt, komme was da wolle. Das sind Nebeneffekte, für die es sich eigentlich schon lohnt damit weiter zu machen. Bis ich andere Effekte wie z.B. Gewichtsverlust damit erreiche, werden wohl zwei bis drei Wochen ins Land ziehen.

Der dritte Tag

Donnerstag:

Am dritten Tag habe ich morgens mit leichter Übelkeit zu tun. Diese hält aber nicht besonders lange an und wird mit jedem Schluck Wasser besser. Es ist 10:45 Uhr und ich habe Hunger. Ich habe den Fehler gemacht und mir vorher schon etwas zu Essen gekauft. Das ist deswegen nicht optimal, weil sich meine Gedanken genau um das blöde Brötchen im Kühlschrank drehen. Psychofalle. Ich gehe davon aus, dass es sich noch im laufe der Zeit bessern wird. Im Moment sehe ich noch keinen Grund das ‘Experiment’ abbrechen zu müssen.

Der vierte Tag

Freitag:

Ich habe am vierten Tag vormittags so viel zu tun, dass ich mich spontan entschließe noch einen weiteren Tag Intermittierendes Fasten durchzuführen. Klappt ja. Ab 11:00 Uhr habe ich einen Bärenhunger und aufgrund dessen echt schlechte Laune. Man kennt die Diva aus der Snickers-Werbung? Mein Umfeld und ich leiden gemeinsam. Aber auch diese eine Stunde geht rum und ich flitze von meinem Einsatzort direkt in die nächste Dönerbude und bestelle einen vegetarischen Döner. Als ich den intus habe frage ich mich, ob es auch ein Zweiter noch tun würde. Aber ich reiße mich zusammen und trank eine eiskalte Cola. Normalerweise trinke ich schon seit Jahren keine Softdrinks mehr. Ein Laster welches an mir zum Glück vorüber ging. Aber irgendwie hatte ich Lust drauf. Als die leer war, wusste ich wieder warum ich dieses Zuckerwasser sonst nicht trinke. Erst jetzt bin ich vorerst zufrieden.

Um ca. 18:00 Uhr merke ich, wie ich kein Hunger habe. Aber es sind nur noch 2 Stunden zeit um zu essen. Und wenn ich jetzt nicht genug esse, werden die kommenden 16 Stunden bestimmt eeeeelendig lang. Gegen 19:00 Uhr suche ich mir irgendwas und schließe mit einem Eiweiß-Shake den Tag ab. Irgendwie bin ich unzufrieden. Hätte die Mahlzeit wirklich sein gemusst?

Das Wochenende und Rituale

Samstag:

Ich werde wach und habe direkt einen enormen Hunger. Das wundert mich nicht so richtig. Samstags und Sonntags ist das Frühstück bei uns ein festes Ritual. Morgens stehe ich für gewöhnlich als erster auf und spaziere zum Bäcker um die Brötchen zu holen. Wenn ich wieder komme haben meine Mädels den Tisch fertig und ich brauche mich nur zu setzen und zu frühstücken. Spontan entscheide ich, dass dieses Ritual beibehalten wird und beende meinen Versuch. Irgendwie bin ich dann doch erleichtert.

Die Moral von der Geschicht aka. Fazit

Um wirklich ein Ergebnis durch Intermittierendes Fasten zu erzielen, reicht es natürlich nicht das Ganze nur vier Tage durchzuführen. Optimalerweise zieht man es mindestens vier Wochen durch und schaut dann mal, ob sich etwas verändert hat. Das liegt daran, dass sich der Stoffwechsel erst einmal gewöhnen muss. Ich wollte eigentlich nur wissen, ob es sich einfach umsetzen lässt bzw. ob ich es durchhalten würde. Ich bin überrascht. Die Regeln sind einfach und 16 Stunden fasten ist durchaus ohne katastrophale Schmerzen möglich. Vielleicht hätte ich das Zeitfenster noch anders legen können. Zum Beispiel von 10:00 bis 18:00 Uhr (hey… das teste ich mal) Denn Probleme bereitet mir das Wochenende, weil ich darauf nicht verzichten möchte mit meiner Familie ausgiebig zu frühstücken. Wenn das wirklich funktioniert und man somit abnehmen kann, wäre es jedenfalls eine tolle Möglichkeit.

Die Erfahrungen von anderen mit Intermittierendes Fasten sind bis auf wenige Ausnahmen allem Anschein nach sehr gut. Optimalerweise achtet man innerhalb des 8 Stunden Fensters auf qualitativ hochwertige und ausgewogene Ernährung (jaja… sagt der Richtige… ich weiß) und dann sollte theorethisch in Kombination mit Sport das Fett nur so wegschmelzen. Wahrscheinlich…

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