Vorbereitung: Mein erster Marathon

Mein erster Marathon

Ich traue meinem Trainer zu, dass er irgendwann einmal ein ziemlich oft zitierter Mensch sein wird. Als ich ihm sagte, dass ich irgendwann den Hermann in den Hintern trete, weil er es mir so gegeben hat, meinte er lapidar: “Ich kann dir versprechen, dass Läufe nicht einfacher werden sondern schneller.” Ok… dann will ich wenigstens ein Unentschieden. Oder zumindest eine Verbesserung. Da sind sie wieder. Meine drei Ziele.

Mein erster Marathon hat drei ziele

Wie immer setze ich mir auch dieses Mal drei Ziele. Auch jetzt für meinen ersten Marathon. Damit stelle ich sicher, dass mein erster Marathon ein Erfolgserlebnis wird. Damit ich mir keine Luftschlösser baue, gibt es mit meinem Coach einen Realitätsabgleich. Kann der kleine, dicke Junge etwa tatsächlich folgendes schaffen?

a) einen Marathon finishen
b) unter 4:30:00 einen Marathon laufen
c) unter 4:15:00 einen Marathon laufen

Ich trainiere und laufe natürlich in umgekehrter Priorität. In der Praxis würde es so aussehen, dass ich beim Start klar das Ziel C im Visier habe und verfolge. Sollte ich das Ziel verfehlen, kommt B zum Einsatz. Geht auch das schief, dann halt C. Das heißt im Klartext: Egal was passiert. Alles wird gut! Es sei denn ich falle zwischendurch einfach um. 🙂

Realitätsabgleich

Mutig trage ich meine Ideen vor. Mein Coach, ganz Profi, nimmt mich und mein Anliegen ernst. Das zeichnet ihn auch aus. Normalerweise bereitet er sehr ambitionierte Ultratrail Läufer auf wirklich finstere Läufe vor, vor denen ein Hermann zitternd in die Knie gehen würde. Aber auch ich als Laufanfänger, der seinen ersten Marathon finishen möchte, wird ernst genommen. Heimlich freue ich mir den Arsch ab, dass die Vorbereitung auf meinem ersten Marathon wieder nach seinem Plan laufen wird. Safe-Mode ON & Spaß (sowie die Erfindung diverser neuer Schimpfwörter, Leid, Schindereien…) garantiert.

Meine Ziele werden abgesegnet. Ja das ist möglich. Wenn das Training gut läuft, ich mich nicht verletze und ein guter Tag da ist, wäre es für mich möglich einen Marathon in 4:15:00 zu laufen.

Notiz an mich selbst: Drei bis fünf Kilogramm weniger würden es mir einfacher machen… Challenge

Vorbereitung für den Trainingsplan

Am Anfang steht natürlich ein Plan. Dazu muss meine Anaerobe Schwelle neu bestimmt werden. Meine Form hat merklich nachgelassen und wenn man die Intensitäten jetzt unverändert lassen würde, wäre die Verletzungsgefahr unnötig erhöht. Und/Oder ich wäre wahrscheinlich über- oder unterfordert.

Am einfachsten geht das natürlich mit einem Feldstufentest. Leider ist der nächste Termin erst Ende des Monats. Zum Glück geht das Ganze aber auch mit einem Testlauf. Und damit kann mein Trainer (erfahrungsgemäß ziemlich genau) meine Anaerobe Schwelle bestimmen. Ich bekomme eine Pace vorgegeben die ich 45 Minuten durchhalten muss. Nach den ersten 15 Minuten habe ich einmalig die Chance die Pace selber anzupassen. Wenn ich also nach 15 Minuten merke, dass da noch was geht, kann ich das Tempo anziehen. Oder halt reduzieren. Wenn ich am Ende die Pace durchhalten konnte und nur kurz vorm Umfallen bin (Übertreibung ist übrigens mein Stilmittel!), habe ich alles richtig gemacht.

Zeit für die Bahn

Im besten Fall, dazu möchte ich auch unbedingt raten, führt man den Testlauf auf einer Bahn durch. Flach und ohne Höhenmeter kann man die Vorgaben einfach besser halten. Achso, die Vorgaben. Ich soll mich einige wenige Minuten einlaufen und anschließend mit einer Pace von 5:25/km starten. Nach 15 Minuten darf ich einmalig nach oben oder unten korrigieren. Ich bin halt noch ein verhältnismäßig langsamer Läufer. Allerdings sind mir die Tage an denen ich mich über eine sub7 Pace riesig gefreut habe noch sehr präsent. Das liegt noch nicht so lange zurück.

Der Lauf ist im Kasten. Mein Trainer wird ihn sich angucken, irgendwelche Zutaten in einen riesigen Kessel werfen, drei mal rumrühren und bei Vollmond… Ach keine Ahnung. Jedenfalls bestimmt er mit einer Software die sich WKO4 nennt und mit selbstgemachten Graphen ziemlich zielsicher meine Anaerobe Schwelle. Davon ausgehend wird mein Trainingsplan erstellt.

Am 27. Juni ist der Feldstufentest. Anhand der Ergebnisse wird der Plan noch einmal angepasst falls nötig. Es kann also losgehen. Ich berichte dann wöchentlich über mein Training. Allerdings werde ich die Einträge von der Startseite und aus dem Newsfeed ausblenden.

Bis dahin

Bis zum Münster Marathon sind es noch:

-9Tage -8Std. -5Min. -40Sek.

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