Erste Hilfe Set für Trailläufer

Bei Erste Hilfe Sets lehne ich mich einmal weit aus dem Fenster. Denn hier bewerte ich etwas ohne eigentlich Vergleichsmöglichkeiten gehabt zu haben. Das ist natürlich nicht optimal, das ist mir bewusst. Trotzdem möchte ich darüber schreiben. Ein Hinweis noch: Ausgehende Links zu Amazon sind Partnerlinks.

Worum gehts?

Ich bin letztens ca. 2 Stunden im Wald unterwegs gewesen. Teilweise nicht so einfaches Gelände. Mir kam ein motiviert laufender Vater mit seinen zwei Söhnen entgegen. Ich schätze sie auf 9 und 11 Jahre. Ich hörte noch wie einer der beiden Jungs sagte “Wann sind wir endlich fertig?” und im Anschluß ein echt fieses Geräusch einer ungewollt hohen Bodenkontaktzeit (Danke Sandra… die Bezeichnung geht mir nicht mehr aus dem Kopf). Der jüngere der beiden ist gestürzt. Auf deutlich abschüssigen und sehr unebenen Gelände. Der Untergrund bestand aus Waldboden mit groben Steinen. Das Ergebnis war eine ordentliche Platzwunde am Knie. Der Vater: “Naja ruh dich jetzt kurz aus und dann laufen wir weiter.” Ich weiß… das Schlimmste was ich jetzt tun kann ist “Einmischen”. Dennoch konnte ich nicht anders, denn der Vater unterschätzte die Verletzung bzw. den Schrecken des Jungen und war vielleicht ein bisschen Überfordert.

Katastrophen und DramaQueens

Ich neige weder zum Katastrophisieren noch bin ich eine DramaQueen. Dennoch, es handelte sich hier nicht um eine leichte Schürfwunde, wie man sie schonmal hat. Es war ein amtliches Loch im Knie. Vorsichtig sagte ich: “Ehm. Das sieht mir nicht danach aus, als wenn man damit noch laufen sollte.” – Erschrocken guckte mich der Kleine an und schnell wand ich dann aber ein “Aber Gehen ist damit schon möglich, mach dir keine Sorgen. Du könntest vielleicht ein Pflaster gebrauchen.” Der Vater wandte ein: “Es blutet ja nicht einmal richtig.” Stimmt, das tat es nicht. So erschrocken wie der Junge nach dem Segelflug war, wundert es mich auch nicht. “Ne.” sagte ich “das kommt noch.” Ich bot noch kurz Hilfe an welche dankend abgelehnt wurde und lief weiter. Auf dem Rückweg sah ich die drei noch einmal. Diesmal konnte man nicht behaupten es würde nicht richtig bluten.

Ein einfacher Schnellverband hätte geholfen

Hätte ich doch einfach ein Schnellverband dabei gehabt. Das ist wie ein Pflaster, nur größer. Ich hätte einfach fragen können ob ich die Wunde kurz versorgen darf und der Junge hätte sich besser gefühlt. Das hätte wahrscheinlich niemand abgelehnt. Vielleicht wäre eine leichte Wunddesinfektion noch gut gewesen. Unweigerlich komme ich auf die Frage: Was nehme ich für die erste Hilfe in schwierigen Gelände mit? Das ich in Zukunft Sonntags etwas mitnehmen werde steht außer Frage. Aber was und wie viel?

Erste Hilfe auf Trails

Ich denke, dass Schürf-, Platz- und Kratzwunden sowie verstauchte Gelenke und Blasen an den Füßen die häufigsten Probleme bereiten. Über deren Versorgung werde ich noch einen gesonderten Beitrag schreiben. Theoretisch wären ein paar Handschuhe, diverste Schnellverbände und etwas Desinfektionsmittel schon fast ausreichend. Dann wäre ein kleines Päckchen völlig ausreichend. Aber manchmal benötigt man dann vielleicht doch eine Mullbinde zum fixieren. Das kann man natürlich jetzt weiter spinnen, bis man zum Inhalt eines RTWs angelangt ist. Also heißt es begrenzen. Ich schaute mich zunächst im Internet um und fand zum Thema “Erste Hilfe beim Trailrunning” vor allem folgende Artikel:

  1. Auf Trailgierig.com werden zwei andere “Erste Hilfe Kits” getestet”. Ganz besonders empfehlenswert ist die dazu gehörige Podcast-Folge!
  2. RunnersWorld.de hat einen kurzen Artikel über “Erste Hilfe beim Trailrunning” veröffentlicht.
  3. In diesem Zusammenhang finde ich auch die Kategorie “Gefahren auf dem Trail” von Trailrunnersdog.de lesenswert.

Erste Hilfe Set von DocCheck

Erste Hilfe Set von DocCheck
Erste Hilfe Set von DocCheck

Ich selber kaufe sehr viel bei Amazon, nehme dort auch am Partnerprogramm teil und es ist meine erste Adresse. Dort habe ich für ca. 20,00€ das ‘Erste Hilfe Set’ von DocCheck gefunden. Die Bewertungen und der Inhalt machten schonmal einen guten Eindruck. Also versuche ich es einfach mal und bestelle es mir. Es wurde mir nicht zur Verfügung gestellt und ich habe den vollen Preis dafür bezahlt.

Was als erstes auffällt ist die doch ziemlich gute Verarbeitung der Tasche und der Umfang des Inhaltes. Es ist alles an Board was man benötigt. Der Umfang ist zwar richtig klasse, geht aber auf Gewicht und Packmaße. Wenn man, wie ich, nur einen kleinen Salomon Rucksack trägt achtet man auf jeden Zentimeter. Das Packmaß beträgt 19, 6 x 11,5 x 6 cm und ist im Verhältnis zu meinen eeeecht kleinen Rucksack nicht so optimal. Gut, man kann noch quetschen und drücken aber da gibt es sicherlich noch bessere Varianten. Mit vollständigen Inhalt kommt die Tasche bei mir auf 276 Gramm.

Inhalt:

  • 3 Verbandsbinden
  • Dreieckstuch
  • Rettungsdecke
  • 1 Paar Handschuhe
  • Rollenpflaster
  • 5 Pflaster
  • 2 Wundkompressen
  • 3 Wundschnellverbände
  • 3 Sicherheitsnadeln
  • Schere
  • Pinzette
  • 2 Reinigungstupfer
  • Trillerpfeife
  • Octenisept Wund-/Schleimhaut-Desinfektionsmittel (15 ml)
  • Splitterpinzette nach Feilchenfeld aus hochwertigem Edelstahl (9cm Länge)
  • Lister Verbandschere aus hochwertigem Edelstahl (9cm Länge)

Braucht man das alles?

Im Trailgierig-Podcast ist zu dem Thema eigentlich alles gesagt. Grundsätzlich ist es nämlich so: Wenn man es benötigt, hat man es sowies nicht dabei. Man kann sich ein kleines Notfallset auch selbst zusammenstellen. Ich habe bei diesem Set einfach ein paar Dinge rausgeworfen und kommt zumindest beim Gewicht auf passable 172 Gramm. Unter anderem habe ich zwei Verbandsbinden, die Rettungsdecke (ist im Rucksack enthalten, ebenso wie die Trillerpfeife), die Trillerpfeife, eine Schere und eine der Pinzetten rausgeworfen. Vielleicht wäre eine andere Zusammenstellung sogar noch leichter. Wirklich große Unterschiede ergeben sich dadurch beim Packmaß jedoch nicht.

Ergebnis

So wirds leichter
So wirds leichter

Ich tue mich echt schwer damit angemessen zu bewerten. Eben weil das Set zwar etwas “to much” für einen zwei bis drei Stündigen Traillauf ist. Für Wanderungen wiederum ist es klasse. Denn bei einem größeren Rucksack (in meinem Fall der Salomon Trail 20) verschwindet das Päckenchen und fällt nicht auf. Daher ist es direkt zu meiner Wanderausrüstung gekommen und nicht zu meinen Laufklamotten. Trotzdem möchte ich aber beim Trailrunning etwas dabei dabei haben. Die oben beschriebene Situation ist überhaupt nicht unwahrscheinlich. In der Gegend wo ich laufe bin ich selten allein. Insbesondere nicht an einem Sonntagnachmittag. Denn dann trauen sich die Kleinstädter für ein Abendteuer vorzugsweise mit Kind und Hund in die Wälder. Wenn man dann zumindest ein ein Pflaster dabei hat, bleibt im Zweifelsfall die Laune erhalten. Fazit: Zum Wandern ein klares “Ja”. – für Trailrunning eher “Nein”.

Lifesystems – NANO First Aid Kit

Unweigerlich findet man den Anbieter Racelite.de wenn man nach “Erste Hilfe Trailrunning” bei Google sucht. Und das ist übrigens auch gut so. Ich mag den OnlineShop vor allem deswegen, weil der Geschäftsführer Robert Pollhammer ist und der hat immerhin die erste Ausgabe des Yukon Arctic Ultra, des härtesten und kältesten Rennens der Welt, veranstaltet. Der muss es wissen. Im Zweifelsfall wird es sicher kein Problem sein ihn zu fragen wenn man Hilfe benötigt. Übrigens habe ich auch das NANO First Aid Kit selbst gekauft und dieser Blogbeitrag ist nicht gesponsert. Weder von Racelite oder den jeweiligen Herstellern. Amazon-Links sind Affilate-Links.

Ich mache es kurz: Das NANO First Aid Kit von Racelite ist günstiger, kleiner, leichter und hat eigentlich alles an Board was man braucht. Wenn man mit einer kleinen Laufweste unterwegs ist geradezu ideal. Man kann auch hier sicherlich sein eigenes Set sinnvoll zusammenstellen. Bilder sagen nun aber mehr als tausend Worte:

Zu guter letzt…

…ist dieser Artikel viel zu lang geworden. Bevor ihr Euch dazu entscheidet ein Erste Hilfe Set anzuschaffen, möchte ich ganz unbedingt die Folge 15 vom Trailgierig-Podcast empfehlen. Es ist eine Interviewfolge und behandelt das Thema Erste Hilfe ausführlich. Vor allem auch Tipps was man evtl. benötigt und was nicht. Unbedingt reinhören!

DocCheck Erste Hilfe Set

DocCheck Erste Hilfe Set
7

Inhalt

9.0/10

Gewicht

6.0/10

Packmaße

6.0/10

Preis

7.0/10

Pros

  • Umfangreicher Inhalt
  • Aufteilung der Tasche
  • Perfekt für Wanderungen

Cons

  • Packmaße
  • Gewicht

Kommentare

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1 thought on “Erste Hilfe Set für Trailläufer

  1. Sandra Antworten

    Hey Sascha!
    Mal wieder ein feiner Artikel. Ja, ich gebe es zu, der Erste-Hilfe-Kasten liegt im Auto. Bisher habe ich auch nichts auf den Lauf mitgenommen. Ich werde es überdenken.
    Was auch wichtig ist und ich immer um habe: ein Notfallarmband. Ja, natürlich. Wenn ich meine Bodenkontaktzeit 😉 extrem verlängere, weil ich mir den Kopf angeschlagen habe, werde ich trotzdem ärztlich versorgt. Jedoch können die Angehörigen erst benachrichtigt werden, wenn ich wieder ansprechbar bin. Ganz wichtig wird es, wenn ich Erkrankungen habe und/oder auf Medikamente angewiesen bin.

    Es gibt die Armbänder von verschiedenen Anbietern. Ich trage Djuva (und werde nicht gesponsert)
    Übrigens nicht nur für Läufer, sondern auch für Radfahrer, Wanderer, Oktoberfestbesucher usw. sinnvoll.

    Ich hoffe, dass die Leser weder das Erste-Hilfe-Set noch das Armband irgendwann brauchen.

    beste Grüße

    Sandra

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