Eine ‚Bucket List‘ gegen Perspektivlosigkeit

Ich finde die Bezeichnung ‚Bucket List‘ irgendwie seltsam. Was sagt eigentlich der Google Übersetzer dazu? Ich tippe Bucket List ein und hinten kommt ‚Beste kommt zum Schluss‘ heraus. Ja, da gab es ja mal so einen Film mit Morgan Freeman und diesen anderen Typen aus dem Kuckucksnest oder so. Aber eigentlich hätte ich eine andere Übersetzung erwartet. Zumindest eine, in der das Wort ‘Liste’ vorkommt. Mal sehen. Ich tippe wieder, diesmal aber nur das Wort ‚Bucket‘. Löffel!? Seltsam. Das Wort ‚List‘ kenne ich und muss nicht übersetzt werden. Eine Löffel-Liste? Bucket könnte aber auch Eimer, Schaufel oder Kübel bedeuten. Vielleicht doch mal nach einer Übersetzung für ‚List‘ gucken? List gebe ich ein und Liste kommt heraus. Plus 22 weitere Übersetzungen. Na großartig. Ich bin ja ein richtiger ‚Fremdsprachen-Crack‘ wie mir scheint. Aber egal wie ich es drehe und wende, ich komme nie auf ‚Beste kommt zum Schluss‘. Sprichwörter halt.

Was ist denn jetzt eine Bucket List?

Wer den Film „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Morgan Freeman und Jack Nicholson gesehen hat, kann es sich wahrscheinlich schon denken. Zwei Männer wollen, bevor sie ihren Löffel abgeben (Aaaaha! Daher also.) noch Dinge erledigen, die sie schon immer einmal machen wollten. Die To-Do-Liste, letztlich ist es genau das, will abgehakt werden. Erst dann kann man ruhigen Gewissens ins Gras beißen. Die Punkte können wirklich alles Mögliche umfassen. Von der Besteigung des Mount Everest über Fallschirmspringen, Helikopter-Skifahren oder Mondlandung können es auch Dinge wie z.B. Versöhnung mit der eigenen Familie, Besuch der Tante am Ende der Welt oder halt einmal einen Marathon laufen sein.

Im Angesicht des Todes

Jetzt finde ich so eine Liste generell spannend. Ich bin der Meinung, dass man auch ohne einer akuten Lebensbedrohung so eine Liste gebrauchen kann. Langeweile ade. Denn bevor die aufkommt, kann man an seiner eigenen Bucket Liste arbeiten und seine Ziele verfolgen oder anpassen. Sollte man tatsächlich aus irgendwelchen Gründen seine eigene Liste nicht mehr abarbeiten können, ist das nicht schlimm. Denn Hauptsache ist doch, dass man sich darum gekümmert hat Ziele zu erreichen und nicht stattdessen fett, faul und gefräßig auf dem Sofa zu hängen und RTL zu gucken. Man kann also sagen, dass so eine Bucket List zu einem aktiveren Lebensstil helfen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu Lebzeiten sinnvoll wäre die Liste fertig abgearbeitet zu haben. Denn ist das letzte Ziel erreicht fällt man vielleicht in ein Loch. Das wollen wir ja nicht. Im Gegenteil. Diese Liste soll helfen so ein ‘Loch’ nicht entstehen zu lassen.

Höher, schneller, weiter

Man hat schon von Läufern gehört, die unbedingt einen Marathon laufen wollten und es auch taten. Danach fielen sie jedoch in ein mentales Tief. Das berühmte Loch kam, nachdem das Ziel erreicht war. Also ist es sinnvoll sich bereits vorher Gedanken zu machen, wie es danach weiter gehen kann. Das Ziel muss nicht höher, schneller oder weiter sein. Wer sagt das? Es kann halt auch einfach nur anders sein. Ich muss zugeben, ich bin gerne ein Spinner und setze meine Ziele dann einfach höher oder spektakulärer. Die Ziele werden zu Träumen. Es ist bequem. Und ich plane oder träume lange Zeit im Voraus. Auf meiner Bucket List stehen Ziele, die für mich im Moment unrealistisch und unerreichbar sind. Aber Grenzen verschieben sich bekanntermaßen. Wir Läufer, insbesondere wir Laufanfänger, wissen das. Die ersten 10 KM am Stück. Ich fühlte mich wie ein Held, wie ein Extremsportler. Jetzt ist es ein ‘Läufchen’ welches mich allerdings nicht weniger erfüllt. Als nächstes kann man die 10 KM auch an anderen Orten laufen. Zum Beispiel ist doch ein tolles Ziel für die Bucket-List in jedem Land Europas eine Medaille zu erlaufen.

Wie viele Ziele dürfen es sein

So viele wie einem dazu einfallen. Es ist doch schön eine große Auswahl zu haben. Wie bereits erwähnt, liegt das eigentliche Ziel nicht darin die Liste abschließend fertig abzuarbeiten. Sondern darin sich beschäftigt zu halten um nicht in ein Loch zu fallen. Probiert es aus. Es kostet nichts und vielleicht funktioniert es bei euch auch. Zumindest kann man seiner Fantasie einfach mal freien Lauf lassen und träumen. In diesem Sinne!

Unbenannt

Kommentare

comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.