Ein ‘fettes’ Danke an die Sportler-Szene

Einige Blogs haben das Thema von Christina aufgegriffen. Als Triathletin wurde sie bei einem Wettkampf beschimpft und in ihrer Ausübung behindert. Selbstverständlich von einem Zuschauer. Warum selbstverständlich? Niemand der sich über die Leistung von Christina bewusst ist, würde so etwas tun. Sportler wissen das. Andere halt nicht. Christina berichtet in ihrem Blog darüber: Der etwas andere Rennbericht

Links bin ich, rechts Moni (mehrfache IronMan-Finisherin)Mich hätte es auch treffen können!

Ich bin zwar kein Triathlet aber es hätte mich genauso treffen können. Denn ich habe Übergewicht und man sieht es deutlich, wenn ich meine Laufklamotten trage. In normaler Kleidung geht es inzwischen aber es war ein Weg der mir viel Disziplin abverlangte. Auch wenn ich sicherlich das eine oder andere Mal komische Blicke ernten musste, so eine Situation musste ich zum Glück noch nicht erleben. Ich könnte nicht einmal sagen, wie ich darauf reagiert hätte. Wahrscheinlich hätte ich einen blöden Spruch abgelassen und wäre einfach weitergelaufen. Hätte es mich verletzt? Ganz bestimmt! So etwas hinterlässt immer wieder kleine aber feine Wunden die sich im Laufe eines Lebens zu etwas Großem summieren können.

Wie damit umgehen?

Maren schreibt ihrem Blog ebenfalls über das Thema und nennt es ‚Handlungsempfehlung für den Umgang mit Idioten‘. Verständlicherweise macht sie sich ebenso Luft und fordert Handlung von jeden der so eine Situation miterlebt.

[…] Unternehmt was. Unternehmt irgendwas! Fragt denjenigen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat, ob er sein Verhalten eigentlich sportlich findet […]

Ein Rat den ich auf jeden Fall beherzigen werde, wenn ich so etwas mitbekommen sollte. Vielleicht hat sogar der Veranstalter eine Möglichkeit solche Leute irgendwie beizukommen. Es kann nicht sein, dass man in einer sportlichen Ausübung, bei einem offiziellen Event, derart auf herabwürdigender Weise behindert wird. Wie auch immer: Einfach ist es sicher nicht. Denn das Glück ist oft mit den Dummen.

Sportler und die Szene helfen

Ich behaupte von mir ein dickes Fell zu haben. Das bedeutet aber nicht, dass mich sowas nicht verletzen würde. Das tut es. Aber ich habe in den letzten 18 Monate sehr viel Selbstvertrauen gewonnen. Nicht nur dadurch, dass ich meinen ersten Halbmarathon gelaufen bin, sondern weil ich viele Sportler kennengelernt habe, die mich immer wieder motiviert und bestätigt haben. Und sei es nur durch ein klares Statement wie z.B. ‚Sascha‘ der in seinem Blog Trailrunnersdog über Respekt schreibt und damit solchen ‚Randschreiern‘ deutlich signalisiert wie asozial so ein Verhalten ist. Oder ein Statement von Jan Fitschen beim Hannover Marathon, der sich beeindruckt zeigte wie viele Menschen mit Übergewicht einen Marathon laufen. Wenn wir schon beim Profilager sind: Anna Hahner die, wie völlig selbstverständlich, mit mir über Zielzeiten gesprochen hat. Das da Welten zwischen liegen? Keine Frage. Oder Sandra ohne die ich sicherlich niemals drangeblieben wäre. Sie wird diesen Ärger besonders nachvollziehen können, da sie ebenso eine Betroffene war und vor kurzem den Thüringen Ultra mit 100 KM finishte.

So lange so viele beeindruckende Menschen mich motivieren, akzeptieren und bestätigen. So lange bleibt mein Fell auch ziemlich dick. Denn ich weiß, dass eine Christina, eine Maren oder ich jeweils an einem Tag mehr leisten als solche respektlosen Personen in ihrem ganzen Leben.

Vielen Dank!

Danke, dass ihr mich so nehmt wie ich bin.
Dass ihr versteht welchen Weg ich hinter mir habe.
Und das ihr ständig hinter mir steht und mich motiviert.

 

Unbenannt

 

Kommentare

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8 Gedanken zu „Ein ‘fettes’ Danke an die Sportler-Szene

  1. Sandra Antworten

    Es gibt diesen schönen Spruch: “egal, wie langsam du bist, du bist immer noch schneller, als jeder, der auf der Couch sitzen bleibt.”
    Wenn ich von solchen Vollpfosten höre, fällt es mir schwer, weiter an die Evolutionstheorie zu glauben.
    Ich kenne solche Sprüche und sie tun richtig weh.
    Einmal sagte ich in einer solchen Situation: “Du hast Recht. Ich bin dick und langsam. Aber ich kann abnehmen und schneller werden. Du bist unglaublich dämlich. Glaubst du ehrlich, dass du mal klug wirst?”
    In diesem Sinne, lasst euch nicht unterkriegen
    eure Sandra

  2. Markus Antworten

    schön geschrieben.
    Ich bin auch sehr beeindruckt von den vielen Bloggern und fb-Gruppen/-Pages, die das aufgenommen, kommentiert und geteilt haben. Das war wirklich sehr schön und unterstützend.
    (von einem, der durchaus auch kein Idealgewicht hat)

  3. René Antworten

    Hey Sascha!

    Danke Dir!!!
    Es freut mich sehr, dass du uns mit in den Reigen deiner Inspirationsquellen aufgenommen hast!
    Als Community müssen wir zusammen halten uns so einen Bullshit nicht unkommentiert lassen!
    Jeder der seinen Popo von der Couch bewegt, seine Komfortzone verlässt verdient Respekt!
    LG René

    • Sascha Möller Autor des BeitragesAntworten

      Na Hallo? Gerade die ‘FatBoys’ sind ja quasi Brüder im Geiste! Sagt der Name doch schon. 😀 Danke für deinen Kommentar. 🙂

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