Braucht man einen Trainingsplan?

Wir Läufer sind doch irgendwie alle gleich. Eines der wenigen Dinge worin wir uns unterscheiden ist das Training. Die einen laufen einfach so wie es in den Sinn kommt. Die anderen haben zumindest einen groben Plan und wieder andere planen ihr Training sehr akribisch.

Braucht man einen Trainingsplan?

Es ist so wie es immer ist mit der Wissenschaft: Gar nicht so einfach. Das ist meine Standarderkenntnis, wenn ich Antworten auf meine Fragen suche. Michael Arend drückt es oft ähnlich aus indem er seine Antworten mit „Das kommt darauf an…“ einleitet.

Soll ich morgens nüchtern laufen oder doch lieber eine Kleinigkeit essen? Soll ich Intervalle laufen? Wie schnell? Wie lange? Wie oft? Wie lang sollen die langen Läufe sein und bei welcher Herzfrequenz soll ich sie laufen? Den ersten Teil der Antwort kenne ich. „Es kommt darauf an…“ Es ist halt nicht ganz so einfach. Genau so hält es sich auch mit der Frage nach einem Trainingsplan.

“Wer laufen möchte, um seine Gesundheit zu verbessern, der sollte 2x 5km in der Woche laufen.“

(Michael Arend in „Laufen ist ungesund“)

Wenn man ausschließlich läuft um die gesundheitlichen Vorteile zu genießen, braucht man sicher keinen Trainingsplan. Auch wer gern häufiger läuft oder auch längere Distanzen zurücklegt, muss sicher keinen haben. Aber ab wann ist es denn sinnvoll einen Plan zu haben?

Wenn du besser werden möchtest

Du willst schneller werden und noch länger laufen können? Vielleicht deinen ersten Halbmarathon oder Marathon laufen?  Du hast ein konkretes Ziel auf das du trainieren möchtest? Dann solltest du unbedingt in Erwägung ziehen, nach einem Plan zu trainieren. Was nützt dir dein Ziel, wenn du den Kurs nicht kennst?

Jetzt gibt es ja diejenigen, die sich mit Begeisterung in ihre Trainingsplanung schmeißen und Freude daran haben ihn selbständig auszuknobeln. Vielleicht kommt dabei sogar ein passables Ergebnis rum. Aber sind wir mal ehrlich. Fundierte, zuverlässige und sichere Trainingsplanung mit Erfolgsgarantie ist immer individuell. Das können Experten die es gelernt haben und Erfahrung mitbringen.

Wie mit einem Navi

Ich habe Ziele und möchte sie erreichen ohne mir Gedanken über den Kurs zu machen. Deswegen gehört für mich ein Plan zu meinem Training wie ein Navi ins Auto. Das mit dem Navi ist ja auch so eine Typ-Frage. Mein Ziel ist es stets mich zu steigern. Das hätte ich vielleicht mit einem Plan nach Steffny, Marquardt, Greif, Jack Daniels und Co. auch geschafft. Mit Sicherheit aber nicht so abwechslungsreich und effizient wie mit einem individuellen Trainingsplan der auf mein Niveau abgestimmt ist. Die Gedanken über das „Wie“ überlasse ich daher jemanden der es kann und gehe damit kein Risiko ein. Denn mein Ziel werde ich so bestimmt erreichen.

Ist der Weg das Ziel?

Vielleicht bist du aber jemand, der es selber ausprobieren möchte. Du schnappst dir Literatur von den zuvor genannten Autoren und passt dir die Pläne selbständig an. Oder vielleicht entwirfst du deine eigene Trainingsphilosophie. Der Gedanke gefällt mir prinzipiell auch. Das Risiko, dass du aufgrund zu wenig Erfahrung und Wissen dein Ziel nicht erreichst ist allerdings höher. Wenn du den Weg als Lernen siehst, ist das allerdings nicht schlimm. Trial & error kann, je nach Sichtweise, Spaß machen und ein Erfolgserlebnis aufwerten.

Aber wie sagte letztens noch ein Bekannter: „Du kannst halt auch einfach mal laufen wie du Lust hast.“ – Auch damit könnte ich mich anfreunden. Aber erst will ich ja meine Ziele erreichen.

Braucht man also einen Trainingsplan? Nun… das kommt darauf an…

Kommentare

comments