Der Böckstiegellauf in Werther

An manchen Stellen hätte es mich nicht gewundert eine Schar von Germanen und Römern kämpfen zu sehen. So wunderbar ist die Strecke des Böckstiegellaufs, dass ich einfach nicht umher kam mir vorzustellen, wie die Schlachten im Teutoburger Wald wohl gewesen sein mochten. Und gekämpft wurde auch diesmal wieder. Wenn auch ohne Schwert und Schild. Beim 13. Böckstiegellauf in Werther über 18 KM mit ungefähr 245 Höhenmeter.

Klingt nicht viel, ist aber so

Ja. Es ist mein erster richtiger Trailrun als Wettkampf, 245 Höhenmeter klingt nicht nach viel und ist für einen geübten Trailrunner ein Witz. Ich als Flachlandtiroler habe verschiedene voll asphaltierte Hausstrecken mit durchschnittlich 25 Höhenmetern auf 10 KM. Herzlichen Glückwunsch. Nun habe ich einen kompetenten Trainer der seinerseits ein sehr erfolgreicher Trailläufer ist. Er jagte mich die letzten Wochen in den Wald. Somit ist zumindest für den Untergrund gesorgt und wenn ich zwei Runden laufe, komme ich zumindest auch auf über 230 Höhenmeter bei 13 KM. Außerdem kommt noch Hügeltraining dazu. Er sagt das sei Standard. Für mich war es spektakuläre Abwechslung. Das Training macht Spaß. Wäre dieses Training nicht gewesen, hätte ich den Böckstiegellauf längst nicht so überstanden wie ich es getan habe.

Der 13. Böckstiegellauf in Werther

img_1477Der Lauf wird vom LC Sobad Ravensberg organisiert. Außer dem 18km Hauptlauf wird noch ein 10km Lauf angeboten. Walking/Nordic Walking gibt es auch. Diese Starten gemeinsam mit dem 18km Hauptlauf und nutzen die 10 KM Strecke. Beim 10 KM Lauf sind 376 Teilnehmer ins Ziel gekommen und beim Hauptlauf über 18 KM waren es 725. Dazu kommen noch die 40 Walker/Nordic Walker. Die Zahlen machen deutlich, dass die Atmosphäre beim Böckstiegellauf eher familiär ist. Wie oben auf der Karte zu sehen, handelt es sich um ein Point-to-Point Lauf. Anreisende haben die Möglichkeit in Werther zu parken und mit einem kostenlosen Shuttle-Bus zum Startpunkt (Peter aufm Berge) gefahren zu werden. Ich hatte das Privileg von meinem Freund und Cousin der in Werther wohnt, hingefahren zu werden. Am Start selber sind Startblöcke nach Zielzeiten eingeteilt. Ich habe es wie immer gemacht und mich ganz hinten angestellt.

Die Strecke

Die Strecke verläuft zum Teil über den Hermannsweg. Danach bis Werther auf Wirtschaftswegen durch die Landschaft des Ravensberger Hügellandes. Vorbei am Böckstiegelhaus geht es zum Ziel auf dem Marktplatz von Werther. Die erste Hälfte ist als waschechter Trail einzustufen. Beim Gelände hat man besser die Augen auf. Es ist hügelig, steinig, verwurzelt aber nie besonders technisch. Auch Mountainbiker hätten hier ihren Spaß. Die über 240 Höhenmeter verteilen sich auf einige Steigungen, von denen mindestens zwei ordentlich knackig sind. Das darf man nicht unterschätzen. Viele sind diese Abschnitte gegangen und damit echt gut gelaufen. Auch wenn die zweite Hälfte tendenziell bergab geht, Steigungen kommen immer wieder vor bis zum Schluß. Es gilt sich die Kräfte vernünftig einzuteilen. Man ist gut beraten die ersten 8 KM nicht zu schnell zu laufen wenn Ankommen das vorrangige Ziel ist.

Einteilen ist alles

Ich war verunsichert, denn ich lief die Strecke zum ersten Mal. Zum Glück hatte ich mir das Streckenprofil vorher angesehen. Ich lief sehr langsam los und ein glücklicher Zufall bescherte mir eine Gruppe von drei Läufer die mir ein für mich vernünftiges Tempo zu laufen schienen. Denen schloss ich mich einfach auf geringen Abstand an. Das blieb natürlich nicht lange unbemerkt und man kam zwischendurch immer mal wieder kurz ins Gespräch. Das ging bis zu einem Verpflegungspunkt bei ungefähr KM 14. Es waren noch ca. 4 KM zu laufen aber die Gruppe nahm etwas Tempo raus. Ich war mir sicher es bis ins Ziel beibehalten zu können. Also tat ich es auch. Übrigens gab es ausreichend Verpflegungspunkte. Später sogar mit Cola. Sogar mitten im Wald gab es welche. Nicht nur das. Auch standen immer wieder zwischendurch Leute dort zum anfeuern. Auch dort wo man es nicht erwartet hätte.

Zieleinlauf und Nachzielbereich

Böckstiegellauf Finisher-Shirt
Böckstiegellauf Shirt

Es ist schon irgendwie was Besonderes, wenn man durch die Lautsprecher seinen eigenen Namen hört. Der Kommentator sprach von einer magischen 2 Stunden Grenze. Das muss hier in Werther wohl etwas heißen, wenn man den Böckstiegellauf unter zwei Stunden laufen kann. Ich kam nach 1:53:40 Brutto äußerst gut gelaunt ins Ziel und freute mich sehr auf das Zielbier. Im Nachzielbereich wird man mit Wasser, ISO, Obst und Bier versorgt. Und das reichlich von sehr netten Helfern bereitgestellt. Die Helfer werden immer meine Helden bei solchen Events bleiben. Unfassbar was die leisten und wie motivierend die sind. Darüber hinaus kann man sich noch massieren lassen. Das ist ein Angebot, welches ich fast immer ausschlage. Zu den Duschen und Umkleiden in der naheliegenden Grundschule kann ich nicht viel sagen. Ich hatte mal wieder das Privileg private Räume nutzen zu dürfen.

Wieder keine Medaille

Wieder ein Lauf im Kreis Bielefeld und wieder keine Medaille. Denn wieder gibt es eine bessere Alternative. Anstelle von Blech an Schnur gibt es ein ziemlich schickes Finisher-Shirt. Der run & roll day in Bielefeld hatte mich schon mit einem praktischen Buff überrascht. Vielleicht gibt es ja in Borgholzhausen dann eine Laufhose? (nicht ganz ernst gemeint) Aber nicht nur an dieser Stelle gibt es Gemeinsamkeiten. Ein Blick auf meine Uhr verrät mir 17,8 KM und ich musste spontan grinsen als mir schwant, dass ich auch dieses Ergebnis in die Pfeife rauchen kann. So war es dann auch. In der Ergebnisliste war zudem noch folgendes zu lesen:

Liebe Läuferinnen und Läufer,
wegen technischer Problemen beim Start konnten
beim 18km Lauf und Walking keine Nettozeiten
ermittelt werden.
Wir bitten dies zu entschuldigen.
Ihr Time Team Jung
Ich verabschiede mich von genauen Zeiten und vermisse sie nicht einmal mehr. Zu viele andere Dinge sind hier einfach zu schön.

Wiederholung Garantiert

Der Böckstiegellauf in Werther ist einer der schönsten Läufe die ich bisher gelaufen bin. Insbesondere die erste Hälfte über den Hermannsweg ist landschaftlich wunderschön. Wenn sich oben der Wald lichtet, hat man einen tollen Ausblick über die nähere Umgebung. Die Helfer und Anwohner sind enorm nette und motivierende Menschen und haben Spaß an ihrem Event. Die Organisation ist von der Zeitpanne mal abgesehen, für Läufer routiniert und reibungslos. Es gab ausreichend Verpflegungspunkte unterwegs, der Nachzielbereich hatte alles was es braucht und das Finisher-Shirt werde ich bestimmt mit nicht wenig Stolz tragen. Ich werde im nächsten Jahr sehr gerne wiederkommen und laufen. Wer diesen Lauf noch nicht kennt, sollte es unbedingt nachholen. Absolut top weil einfach schön!

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